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Kurt Lewin


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Kurt Lewin

Lewins Feldtheorie

Definition und Erklärung anhand von Beispielen

Die Feldtheorie war wohl die bedeutendste Arbeit von Kurt Lewin während seiner beruflichen Laufbahn. Er arbeitete diese eigene Theorie auf Grundlage der Gestalttheorie weiter aus. Lewin spricht in seiner Feldtheorie von sogenannten Vektorenkräften, welche für das menschliche Verhalten in Situationen eine psychologische Relevanz haben.

Nach dieser Theorie lässt ein Bedürfnis Energie frei, verleiht Wert (Valenz) und steuert das Verhalten in eine bestimmte Richtung (Vektor). Lewin betrachtete also das gesamte Lebensumfeld mathematisch. Nach seiner Formel gibt es die drei Variablen Verhalten=V, eine Funktion der Person=P und die Umwelt=U. P und U sind in seiner Formel letztendlich Größen, welche eine wechselseitige Abhängigkeit besitzen. Mathematisch versteht er den Lebensraum als topologischen Raum.

Das Verhalten und die Handlungen des Menschen sind nach der Feldtheorie immer Feldhandlungen.Es wird demnach die aktuelle Lage vor dem Verhalten eines Menschen immer subjektiv betrachtet. Das konkrete Verhalten (die sogenannten Lokomotionen) ist als ein Resulat aus anziehenden und abstoßenden Feldkräften, welche auf den Menschen einwirken.

Man kann Lewins Feldtheorie anhand eines einfachen Beispieles erklären. Ein Mensch hat je nach Tageszeit entweder Hunger oder nicht Hunger (ist also satt). Im ersten Fall führt der Hunger (also das Bedürfnis) dazu, dass Energie freigesetzt wird und dem Bedürfnis eine alenz (einen Wert) verleiht. Der Mensch wird körperliche Symptome wie Magenknurren haben, aber auch psychisch an Essen denken müssen. Das Essen erhält also einen positiven Wertin dieser konkreten Situation. Je nach der Größe des Hungers kann dann auch Essen ,welches man eigentlich nicht so gerne mag, einen höheren positiven Wert bekommen. Durch diesen Bewertungsprozess entstehen nun die Vektorkräfte. Der Mensch wird seine Wahrnehmung diesbezüglich ausrichten. Alles, was mit Nahrung zu tun hat, wird besser in seiner Umwelt wahrgenommen. Der Mensch wird versuchen, sein Beürfnis zu befriedigen und eine geeignete Nahrung zu bekommen, also all seine Anstrengungen in Richtung Bedürfnisbefriedigung ausrichten. Im zweiten Fall, wo der Mensch gesättigt ist, wird all dieses nicht eintreten und er z. B. eine Fernsehwerbung für leckeres Essen deutlich weniger wahrnehmen als im Hungerzustand.

Mit seiner Feldtheorie als sozialpsychologischen Ansatz warf er auch erstmals den Begriff der Gruppendynamik in den Raum. Das in einer Gruppe wirkende Kräftefeld, welches durch Interaktionen der Gruppenmitglieder entsteht, führt letztendlich zu bestimmten Verhaltensweisen, die ebenfalls dem oben genannten mathematischen Modell unterliegen.

So finden in Gruppen recht schnell Bewertungen einzelner Personen statt (z. B. Sympathie oder Antipathie), welche von verschiedenen subjektiven Faktoren je nach Situation abhängen können. Wer mit uns im gleichen Boot sitzt, kann uns zunächst sympatischer erscheinen als eine Person, mit der ich in Konkurrenz stehe. Je nach Situation wird man das Verhalten dieser Person wiederum anders bewerten und Verhaltensweisen unterschiedlich stark wahrnehmen.Das führt wiederum zu völlig unterschiedlichen Vektorkräften, also einer schwer zu berechnenden Gruppendynamik, da sich alles gegenseitig in irgendeiner Art und Weise beeinflusst.


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